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Deutsche Staatsanwälte ermitteln wegen Bestechung gegen rechtsextremen AfD-Abgeordneten

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Die deutsche Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag Ermittlungen gegen einen Abgeordneten der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) wegen des Verdachts der Bestechung und Geldwäsche eingeleitet und mehrere Immobilien durchsucht.

Die Immunität von Petr Bystron, dem zweiten Kandidaten der Partei für die Europawahl am 9. Juni, wurde vom deutschen Bundestag oder dem Unterhaus des Parlaments aufgehoben.

Bystron bezeichnete die Ermittlungen gegenüber der Nachrichtenseite Zeit Online als politisch motiviert.

Der rechtsextreme Gesetzgeber sieht einige Konsequenzen für die Wahl

„Das Verfahren wird eingestellt, wenn die Wahl vorbei ist“, wurde er zitiert. „Es wird uns bei der Wahl einige Stimmen kosten.“

Allerdings sei er sich sicher, dass andere Wähler der AfD treu bleiben würden: „Wer die Geschichte unserer durch Vergeltungskampagnen geschädigten Partei kennt, wird sich davon nicht beirren lassen.“

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München fanden Durchsuchungen im Büro von Bystron in Berlin, an mehreren Standorten in Bayern und auf der spanischen Insel Mallorca statt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren 11 Staatsanwälte und rund 70 Beamte der bayerischen Polizei im Einsatz.

Auch das Eigentum von Zeugen, die im Verfahren nicht beschuldigt werden, sei durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dabei ging es vor allem darum, Dokumente und Datenträger zu beschlagnahmen und auf Beweismittel zu durchsuchen.

Bystron ist seit 2017 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der AfD im Bundestag. Seit 2021 ist er außenpolitischer Sprecher seiner Partei und deren Vertreter beim Europarat und der Interparlamentarischen Union globaler Parlamente.

Die Münchner Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass bis zu einer möglichen Verurteilung die Unschuldsvermutung gelte.

Das Parlament entzieht einem anderen AfD Mitglied des Bundestages Immunität

Auch Bystrons AfD-Fraktionskollege Hannes Gnauck wurde am Donnerstag im Bundestag seine Immunität entzogen.

Nach Angaben des Senders ARD geht es im Fall um eine Disziplinarbeschwerde aus seiner Zeit bei der Bundeswehr.

Gnauck vertritt die AfD im Verteidigungsausschuss des Bundestags und wird von Politikern anderer Parteien scharf kritisiert, da es Hinweise gibt, der Militärische Abschirmdienst (MAD) habe den ehemaligen Soldaten als „Extremisten“ eingestuft.

Bystron und ein weiterer führender AfD-Politiker, Maximilian Krah, standen in den letzten Wochen wegen angeblicher Verbindungen zu prorussischen Netzwerken unter intensiver Beobachtung. Nach Medienberichten über mögliche Zahlungen an beide Politiker prüfte die Staatsanwaltschaft kürzlich die Vorwürfe.

Krah, Mitglied des Europäischen Parlaments, ist Spitzenkandidat der AfD für die Europawahl.

Deutsche Maßnahmen folgen tschechischen Ermittlungen

Im März setzte Tschechien die prorussische Internetplattform Voice of Europe (VoE) nach einer Untersuchung der Geheimdienste, zu der auch Interviews mit Bystron und Krah gehörten, auf eine nationale Sanktionsliste.

Der Standort soll Teil einer russischen Einflussnahme gewesen sein, die darauf abzielte, die territoriale Integrität, Souveränität und Freiheit der Ukraine in Frage zu stellen. Eine tschechische Zeitung hatte berichtet, dass Bystron möglicherweise auch Geld angenommen habe.

Nach dpa-Informationen beziehen sich die nun eingeleiteten deutschen Ermittlungen auf die Vorwürfe im Zusammenhang mit VoE.

Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt AfD‘sKrah

Auch gegen den aus der DDR stammenden Krah und eine weitere Person hatte die Dresdner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Zahlungen aus China eingeleitet.

Darüber hinaus wurde Krahs ehemaliger Mitarbeiter Jian G wegen des Verdachts der Spionage für China festgenommen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen G. hatten deutsche Staatsanwälte vergangene Woche Krahs Büros und die seines Ex-Mitarbeiters im Europaparlament in Brüssel durchsuchen lassen.

AfD Die Führung steht weiterhin zu ihren beiden Kandidaten.

Nach einer kurzen Pause nimmt Krah wieder an Wahlkampfauftritten teil und im Fall Bystron erklärten die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla schriftlich: „Die Aufhebung der Immunität und die Durchsuchung von Petr Bystrons Büro und Privaträumen sind eine ernste Angelegenheit.“

Bisher seien keine Beweise für die seit Wochen gegen Bystron erhobenen Vorwürfe vorgelegt worden, hieß es.

Die AfD-Fraktion hofft auf einen zügigen Abschluss der Ermittlungen, „damit kein Verdacht entsteht, dass versucht wird, den Europawahlkampf durch weisungsgebundene Behörden und Staatsanwaltschaften zu beeinflussen.“

Die AfD lag landesweit bei rund 20 %, da sie mit der Drei-Parteien-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz unzufrieden war, aber nach einer Reihe von Skandalen – darunter Vorwürfe, sie plane die Rückführung von Migranten – ist die Unterstützung auf 16 % bis 18 % gesunken.

Tino Chrupalla (Mitte), Bundesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) und Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, spricht während einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Michael Kappeler/dpa

Kaynak

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