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Rund 100.000 Menschen von Klimaprotesten betroffen, die zur Schließung des Münchner Flughafens führen

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Mitglieder der deutschen Klimaaktivistengruppe „Last Generation“ durchbrachen das Rollfeld des Münchner Flughafens und klebten an einem Rollfeld fest. Dadurch wurde der Reiseverkehr für mehr als 100.000 Menschen unterbrochen, da der Flughafen an einem geschäftigen Feiertagswochenende vorübergehend geschlossen werden musste.

Der Flughafen in Süddeutschland, der zweitgrößte des Landes, sei um 5:19 Uhr (03:19 GMT) vollständig geschlossen worden und blieb dies fast zwei Stunden lang, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Nach Angaben des Flughafenverbandes waren mehr als 100.000 Passagiere betroffen. Mehrere Flugzeuge mussten auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Ein Flugzeug mit einem Notfallpatienten an Bord konnte deshalb nur mit 20 Minuten Verspätung landen, teilten die Behörden mit.

Die neue Protestaktion löste eine Welle der Kritik aus der Politik aus.

„Das war eine weitere absolut hirnlose Aktion klimachaotischer Menschen. Mit solchen Blockaden den Flugverkehr zu stören – und das zu Beginn der Reisesaison – ist nicht nur rücksichtslos, sondern gefährdet auch potenziell das Leben vieler Menschen“, sagte Hermann von die konservative bayerische CSU.

Innenministerin Nancy Faeser schrieb auf X: „Solche kriminellen Handlungen gefährden den Flugverkehr und schaden dem Klimaschutz, weil sie nur Unverständnis und Wut hervorrufen.“ Sie forderte, dass die Täter „strafrechtlich verfolgt und die Schutzmaßnahmen am Flughafen überprüft werden müssen“.

Verkehrsminister Volker Wissing sagte: „Das ist kein legitimer Protest, sondern ein gezielter Eingriff in den Luftverkehr.“ Er sagte, dass Menschen gefährdet seien, wenn der Flugverkehr nicht sicher sei, und dass dadurch auch wirtschaftliche Schäden entstehen könnten. Er forderte eine „Verschärfung“ des Luftsicherheitsgesetzes.

Der Geschäftsführer des Flughafenverbandes (ADV), Ralph Beisel, forderte härtere Strafen.

Der Flughafen sei aus Sicherheitsgründen zunächst geschlossen worden, teilten Flughafenbeamte und die Bundespolizei mit.

Nach etwa zwei Stunden wurde eine der beiden Start- und Landebahnen wieder freigegeben, rund eine Stunde später folgte die zweite Start- und Landebahn.

Am Samstag seien in München rund 1.000 Starts und Landungen geplant, sagte ein Flughafensprecher. Aufgrund der engen zeitlichen Abfolge der Flüge kommt es auch nach der Wiedereröffnung der Start- und Landebahnen zu Verspätungen. Passagiere, die am Samstag vom Flughafen abfliegen, sollten sich bei ihrer Fluggesellschaft erkundigen, empfahl er.

The Last Generation berichtete auf X, dass sich sechs Personen in Zweiergruppen an verschiedenen Orten am Münchner Flughafen niederließen.

Zahlreiche Polizisten und Feuerwehrleute waren vor Ort, um die Aktivisten zu entfernen. Laut Herrman wurden die sechs Aktivisten sowie zwei weitere, die es nicht auf das Rollfeld geschafft hatten, festgenommen. Gegen sie wird ermittelt und ihnen drohen Gefängnisstrafen.

Die Klimaaktivisten hätten den Sicherheitszaun an vier Stellen gleichzeitig durchtrennt und acht hätten von den vier verschiedenen Punkten gleichzeitig versucht, das Gelände zu betreten, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Der Flughafen München hatte mit einer großen Zahl an Urlaubern gerechnet, insgesamt wurden von Freitag bis Sonntag rund 350.000 Passagiere erwartet. Der Flughafen sollte in diesem Zeitraum 2.860 Flüge abfertigen.

Insgesamt seien in den Pfingstferien, der zweiten großen Reisewelle des Jahres nach Ostern, 7 % mehr Flüge registriert worden als im Vorjahr, meldete der Flughafen vor Beginn der Ferien.

Viele Länder, darunter auch Deutschland, haben einen Feiertag am Tag nach Pfingsten, dem 50. Tag nach Ostern.

Last Generation sagte, man wolle gezielt den Beginn des Feiertagswochenendes stören.

Die Gruppe möchte, dass die Politik angesichts des Klimawandels entschlossener vorgeht. Sie kündigte Ende Januar an, auf Straßenblockaden zu verzichten und sich auf „Orte der Fossilienvernichtung“ zu konzentrieren – Flughäfen wurden ausdrücklich erwähnt. Ähnliche Aktionen wurden bereits in der Vergangenheit an deutschen Flughäfen durchgeführt.

Der Luftverkehr ist für fast 10 % der deutschen Verantwortung für die globale Erwärmung verantwortlich. Die Luftfahrtindustrie werde vom Staat durch den Verzicht auf Paraffinsteuer und Mehrwertsteuer subventioniert, kritisierten die Aktivisten.

Polizei und Feuerwehr stehen auf einer Landebahnzufahrt des Franz-Josef-Strauß-Flughafens um Klimaaktivisten, die sich dort festgesetzt haben. Klimaschützer legten Anfang des 18. Mai den Flughafen München lahm. Die Aktivisten hatten den Innenbereich des Flughafengeländes erreicht. Nach eigenen Angaben hatten Mitglieder der Aktivistengruppe „Last Generation“ geplant, das Flughafengelände zu betreten, um mindestens eine der beiden Start- und Landebahnen zu blockieren. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Polizei und Feuerwehr stehen auf einer Landebahnzufahrt des Franz-Josef-Strauß-Flughafens um Klimaaktivisten, die sich dort festgesetzt haben. Klimaschützer legten Anfang des 18. Mai den Flughafen München lahm. Die Aktivisten hatten den Innenbereich des Flughafengeländes erreicht. Nach eigenen Angaben hatten Mitglieder der Aktivistengruppe „Last Generation“ geplant, das Flughafengelände zu betreten, um mindestens eine der beiden Start- und Landebahnen zu blockieren. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kaynak

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